Donnerstag, 8. November 2012

Blogger werden ist nicht schwer, Blogger bleiben....

Nein nein, ich bin nicht krank! Aber zum einen habe ich gerade eine "Relevanzkrise". Will sagen, vieles, was mir so einfällt, worüber ich schreiben könnte, erscheint mir bei näherer Betrachtung zu irrelevant. (Über das wirklich Relevante, das gerade in Portugal und anderen südlichen Ländern abläuft,  schreibt  Uhupardo so gut und so treffend und auch nah am Zeitgeschehen, dass sich mein Senf dazu nun wirklich erübrigt.)

Zum Zweiten: Wenn man nicht nur für sich selber schreiben möchte, stellt sich das Bloggen ziemlich anstrengend dar. Außer, man führt ein banales Tagebuch und macht den letzten Pups von Rex dem Hund oder den Schluckauf des Enkels bekannt. Solche Blogs haben massenhaft Leser. Oder man testet irgendwelche Produkte, Gesichtscremes oder Handtaschen oder Küchengeräte, und bloggt über die Resultate. Solche Blogs sind haben Hunderte von "Followern". Sie brauchen nicht mal gut geschrieben zu sein, Orthografie und Grammatik dürfen Fremdwörter bleiben.

Themenbezogene Blogs haben es auch leichter. In denen zum Beispiel ausschließlich über das Bloggen geschrieben wird,  nur über Politik oder nur über Sprache oder - besonders hip: Lifestyle.  Auch reine Foto- und Reiseblogs oder Blogs über bestimmte Länder finden zahlreiche Anhänger.

Am schwersten haben es eindeutig die Mischmaschblogs, wie meiner einer ist. Mal ein paar Fotos, mal was Gesellschaftskritisches, mal was Banales, Triviales, dann wieder etwas Nachdenkliches, Anspruchsvolleres, auch mal was Kulturelles. Mal Portugal, mal Schweiz, mal Reisen in andere Länder. Mal Deutsch, mal Schweizerdeutsch, mal Portugiesisch (bald verrate ich euch, welche Sprache ich gerade am Lernen bin ;) ) Wenn man so ein "Variblog" (was haltet ihr von dieser Bezeichnung? Hört sich doch ein wenig 'intellektueller' an als "Mischmaschblog", nicht wahr?)   führt, wird es wirklich anstrengend. Vor allem, wenn man auch sprachlich ein paar Ansprüche an seine Texte stellt - es plätschert ja nicht immer alles einfach so aus den Fingerkuppen in die Tastatur, sondern man feilt zuweilen auch ganz schön lange an einer Formulierung herum.

So viel Arbeit macht man sich nicht für sich alleine - also sollten die Artikel irgendwie bekannt gemacht werden. Je nach Thema muss der Link zum neuen Blogbeitrag in verschiedene Foren und Facebook-Gruppen gesetzt werden (außer man hat 2000 fb-Freunde oder Twitter-Follower). Die wollen allerdings zuerst gefunden werden. Das wiederum ist sehr zeitaufwendig. Kommt dazu, dass ganz zu Recht kein Forum und keine fb-Gruppe scharf auf Mitglieder ist, deren einzige Beteiligung im Setzen von Links zu ihren Blogartikeln besteht...

Eine weitere Möglichkeit, neue Leser zu finden, ist das Kommentieren von anderen Blogs. Das ist noch viel zeitaufwendiger! Denn wirklich gute Blogs gibt es nicht wie Sand am Meer sondern wie Nadeln in Heuhaufen. Und selbst wenn ich die Zeit hätte, den ganzen Tag Blogs zu suchen und zu kommentieren - ich bin leider nicht der Typ, der zu jedem Thema etwas Relevantes zu sagen hat. Und nur zu kommentieren, damit man selber Leser findet - also bitte... nein, das ist erst recht nicht mein Ding.

Deshalb werde ich ein wenig kürzer treten. Es sei denn, ganz viele von meinen stillen Lesern melden sich jetzt als Follower (rechts auf "Mitglied dieser Seite werden" klicken) an oder "liken" meine Facebook-Fanseite (oben links auf dieser Seite auf "gefällt mir" klicken oder direkt »hier« auf die Seite gehen und dort auf "gefällt mir" klicken. Das könnte mich motivieren, wieder ein wenig aktiver zu werden....

Ansonsten - schaut einfach ab und zu mal wieder rein :-).





Dienstag, 23. Oktober 2012

Gaspar der Kaspar

Der Witz ist zwar schon ein paar Tage alt, aber da  ich erst jetzt das Youtube-Video gefunden habe, liefere ich ihn hier nach.

Der Mann, Portugals Finanzminister Vítor Gaspar, antwortet hier auf die Frage, warum er die Aufgabe als Finanzminister in der Regierung von Premierminister Pedro Passos Coelho angenommen hat:



«Meine Beteiligung in der Regierung hat als einzigen Zweck, dem Land die enorme Investition zurückzugeben, die es in meine Bildung getätigt hat. Meine Ausbildung war außergewöhnlich teuer, und Portugal hat in sehr großzügiger Weise während einiger Jahrzehnte in meine Ausbildung investiert und es ist Verpflichtung, es ist meine Verpflichtung, zur Verfügung zu stehen, dieses Geschenk, das Portugal mir gegeben hat zurück zu geben.»

(Der Mann hat übrigens an einer privaten Elite-Universität studiert, ohne Stipendium.....)

Ach - und ja, und der spricht immer so, echt  !!!! 

Den verbalen Ausrutscher, den sich sein spanischer Kollege geleistet hat, sollte man sich auch nicht entgehen lassen:  http://uhupardo.wordpress.com/2012/10/23/das-ist-der-sozialste-staatshaushalt-in-der-geschichte/

Zumindest mitgemischt hat der Kasperl auch bei in folgenden Beiträgen behandelten Themen:
- der letzte 5. Oktober oder: zunderobsi
- Zé Povinhos Teilerfolg 
- Wer nichts hat dem wird genommen
- Bodenlose Frechheit

Dienstag, 9. Oktober 2012

Der letzte 5. Oktober. Oder: zunderobsi


Seit am 5. Oktober 1910  nach einem Staatsstreich die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen wurde, feiern Portugiesen am 5. Oktober die "Implantação da Republica".


Das heißt, feierten. Denn am letzten Freitag war der letzte. Ab jetzt ist der 5. Oktober ein normaler Arbeitstag. Das ist nur eine der Maßnahmen der Austeridade (Gürtelkannnichtmehrengergeschnalltwerdenaberwirdesdoch-Politik) und soll dem Staat ich weiß nicht wieviele Millionen einsparen...

Wie zunderobsi (das ist ein schweizerdeutscher Ausdruck und bedeutet, dass etwas total aus den Fugen, das "untere" nach "oben" geraten ist) in Portugal im Moment alles ist, hat unser "Presidente da República" gleich selber bewiesen. Er hat nämlich die Fahne zur Feier dieses letzten fünften Oktobers verkehrt rum aufgehängt. Und es - wie es scheint - nicht einmal gemerkt.

Weiter sieht man in diesem Video, wie schlecht es den Portugiesen wirklich geht. Da stürmt nämlich eine mutige ältere Frau schreiend die Feier und macht ihrer grenzenlosen Verzweiflung über ihre Arbeitslosigkeit, über ihre unverschuldete plötzliche Armut Luft.

Und während in Griechenland Steine fliegen und Fahnen angezündet werden, SINGT hier eine andere mutige Portugiesin ihren Frust über die Regierung in den höchsten Arien-Tönen in die Feier hinein! Schaut's euch an!


Portugiesen sind ein sehr langmütiges und friedliebendes Volk. Die Nelkenrevolution 1974 hat nicht mit Toten sondern mit roten Nelken einer über 40-jährigen Diktatur ein Ende gesetzt. Und jetzt hört man allerorts "chega!" (ausgesprochen: scheeega). Es reicht! Und wenn nötig singen wir unsere Regierung in Grund und Boden. (Ach wenn man doch davon ausgehen könnte, dass nachher etwas Besseres käme....)

Dienstag, 25. September 2012

Portugal - einfach schön

Kein "Touristenfoto" sondern ein Bild
von meiner "Hunderunde"
Bei all den schlimmen Nachrichten aus Portugal sollten wir nicht vergessen, was für ein wunderschönes und vielseitiges Land es ist.

Dass der Werbefilm 

"A Beleza da Simplicidade"

(die Schönheit der Einfachheit) nach Cannes und New York nun auch beim internationalen Filmfestival für Tourismus und Ökologie "SILAFEST 2012" in Serbien in der Kategorie "bester Tourismus-Film" die Goldmedaille gewonnen hat, liegt bestimmt nicht nur an der Kunst der Film-Macher, sondern auch am Motiv.

Bitte zurücklehnen und geniessen


(am besten direkt auf YouTube in Vollbildschirmversion)


Sonntag, 23. September 2012

Zé Povinhos Teilerfolg

Zé Povinho
Foto Wikipedia
mit Klick drauf zum Artikel

Da regt sich doch ein wenig Stolz im portugiesischen Teil meiner Brust, dass es meinen Landsleuten gelungen ist (wie, erklärt Uhupardo besser als ich), den Herrn Coelho dazu zu bringen, seine bisher absurdeste Geldbeschaffungsmaßnahme (die Erhöhung der Sozialabgaben um 7 %) vorerst auszusetzen und "Alternativen zu suchen". Es ist nur zu hoffen, dass er diese Alternative nicht wieder beim schwächsten Teil der Bevölkerung findet. 

Das ist das eine - dass unsere Regierung bisher zur Zufriedenstellung der Troika und zum Ausbau des Images als Musterknabe praktisch ausschließlich auf Zé Povinho*) zurückgreift. Das andere ist: warum ist eigentlich alles so, wie es ist? 

Donnerstag, 20. September 2012

140 kg abgenommen - oder: es begann in Torquay

Seit bald 40 Jahren mache ich im Schnitt so alle 2 Jahre eine Diät oder Nicht-Diät *) (manchmal mehrere pro Jahr), das ergibt bisher 20 Diäten. Mir kommt es mehr vor - gefühlte 100. Wie dem auch sei, bleiben wir bei den 20, bei denen ich jeweils durchschnittlich 7 kg abgenommen habe. Also insgesamt ca. 140 kg. Mindestens. Mich dürfte es demnach nicht mehr geben. Fast zweimal nicht. Anders gesehen: wenn ich nie abgenommen hätte, gäbe es mich jetzt dreimal. Gewichtsmäßig. Ich würde über 200 kg wiegen!

Sonntag, 16. September 2012

Störche Störche Störche


Was mir da vor ein paar Tagen zufällig hinter der Neuen Brücke nach Portimão (Algarve, Portugal) in der Flussmündung des Arade vor die Linse geraten ist, will ich euch nicht vorenthalten: Störche, soweit das Auge reicht.

Ich nehme an, dass sie sich zum Abflug Richtung Afrika versammeln. Wobei jedoch auch immer mehr dieser wunderschönen Vögel das ganze Jahr über hier bleiben. Oder täusche ich mich und das sind vielleicht diejenigen, die aus dem Norden kommen und hier überwintern, während "unsere" gen Süden ziehen?  Hier gibt es etwas Hintergrundinformation über Meister Adebar. 


Und jetzt mein Schnappschuss, auf den ich wirklich ein wenig stolz bin:

Donnerstag, 13. September 2012

Feigen aus Indien

Ja, "figos da Índia" so heißen die Kaktusfeigen hierzulande. Lateinisch Opuntia ficus indica. So beladen mit Früchten wie in diesem Jahr war das Exemplar in meinem Garten noch nie.


Dienstag, 11. September 2012

Was ist ein Gromolo?


Da bin ich doch gerade auf einen fast vergessenen Leckerbissen gestoßen - für mich selber und für meine Auslandschweizerfreunde  und natürlich für alle Sprachfreaks, ob Profis oder Laien - ganz besonders für die Mundartliebhaber. Aber auch alle anderen Leser/Innen werden ihren Spaß  daran haben.

Ds Totemügerli schteit sogar ir "Wikipedia": 

Samstag, 8. September 2012

Portugal: wer nichts hat dem wird genommen

Gerne wollte ich etwas zu diesem Thema schreiben. Ich kann es mir sparen, denn besser als im nachstehen Beitrag kann ich es nicht. Um den ganzen Originalartikel bei Uhupardo zu lesen, einfach auf das Bild klicken.

Portugal senkt im Handstreich die Löhne aller Bürger des Landes

 

Mittwoch, 5. September 2012

bacalhau com todos oder: stockfisch peinlich

Das Wort "Bacalhau" sah ich erstmals  im Jahre 1976 auf der Menu-Karte des - damals - noblen Grill-Restaurants im - damals -  hippen Hotelkomplexes Torralta in Alvor.  Ich fragte, was das sei. "Peixe" (peisch) - antwortete der Kellner.

Ok - ich bestellte und freute mich drauf - denn eins hatte ich in meinem bis dahin erst kurzen Aufenthalt im Algarve gelernt: nirgendwo gibt es besseren und frischeren Fisch als hier. 

Das Gericht wurde mir serviert. Der Fisch sah allerdings irgendwie komisch aus. Ich probierte - er war sehr faserig, ziemlich salzig und schmeckte auf jeden Fall nicht wie frischer Fisch. Deshalb rief ich den Kellner und teilte ihm allen Ernstes und ziemlich schnippisch mit, dass der Fisch nicht frisch sei. Er schaute mich ein wenig seltsam an, schon, aber er brachte mir anstandslos eine gegrillte Seezunge.

Freitag, 31. August 2012

Armensteuer

Wusstet ihr, dass eine "Armensteuer" von 0,05 % (das heißt im Klartext der lächerliche Betrag von 5 Cent pro 10'000 Euro!!!) und zwar in Form einer Umsatzsteuer ausschließlich auf Finanzgeschäften, Einnahmen von über 100 Milliarden Euro bringen würde, die helfen könnten, Armut und Hunger in der Welt zu bekämpfen? Dieser kleine "Sketch" mit Heike Makatsch und Jan Josef Liefers bringt es auf den Punkt:

Freitag, 24. August 2012

wie schrecklich ist Deutsch?


Ich gehe davon aus, dass Sprachprofis diesen Text irgendwann in ihrer Lehrzeit gelesen haben. Für alle andern, ganz besonders für Menschen deutscher Muttersprache, die gerade eine Fremdsprache lernen, zum Beispiel Portugiesisch ;), und sich darüber ärgern, dass da alles so "verdreht" und dass Deutsch doch viel leichter sei, dient er hier als klarer Beweis für das Gegenteil.

Wobei ich selber - wohlgemerkt - Deutsch selbstverständlich nicht für schrecklich halte, ganz im Gegenteil. Ich kann aber nachempfinden, wie es Ausländern so geht, wenn sie unsere Sprache lernen. Mark Twain hilft dabei. Der Text ist ein wenig lang - aber es lohnt sich!



Die schreckliche deutsche Sprache

"...oder warum Mark Twain die deutsche Sprache hasste..."

Ein bisschen Bildung macht alle Welt verwandt.
Sprüche 32,7
Ich ging oft ins Heidelberger Schloss, um mir das Raritätenkabinett anzusehen, und eines Tages überraschte ich den Leiter mit meinem Deutsch, und zwar redete ich ausschließlich in dieser Sprache. Er zeigte großes Interesse; und nachdem ich eine Weile geredet hatte, sagte er, mein Deutsch sei sehr selten, möglicherweise ein „Unikat“; er wolle es in sein Museum aufnehmen.

Montag, 6. August 2012

Feigen

Die Feigen sind reif. Nach mehreren missglückten Versuchen, einen eigenen Feigenbaum zu ziehen, haben wir vor ein paar Jahren endlich die richtige Stelle im Garten gefunden. Und, nachdem wir letztes Jahr schon ein paar Feigen ernten konnten, beschert uns das kleine Bäumchen dieses Jahr eine unerwartete Fülle dieser köstlichen, saftigweichen süßen Früchte, die wir jetzt wochenlang genießen können.

Freitag, 3. August 2012

mondsüchtig

Ich liebe den Mond. Vor allem den Vollmond. Obwohl er gewissen lieben Leuten derart zusetzt, dass ich ihn eigentlich fürchten müsste ;). 

Trotzdem liebe ich ihn, fürchte nur die Auswirkungen... Auch wenn die von Wissenschaftlern als Ammenmärchen abgetan werden.

Hier ein kleiner Querschnitt durch die Trophäen meiner nächtlichen und frühmorgendlichen Mondjagden mit dem Fotoapparat: