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Freitag, 28. Juni 2013

Englischphobie. Oder: Yes, I can.


Ich weiß nicht wirklich, woher es kommt. Wie die meisten Teenager fand ich in meiner Jugend Englisch die tollste aller Sprachen, die Sprache der Musik, der Blumenkinder, die Sprache all dessen, was man damals in Helvetien "uuläässig", zwischenzeitlich "in" und heute im allgemeinen "cool" nannte resp. nennt. Außerdem erst noch viel leichter zu erlernen als Französisch, damals obligatorische Fremdsprache Nummer Eins an Schweizer Schulen.

Und jetzt tue ich mich so schwer damit, obwohl ich Englisch neben Mutter- und Wohnlandsprache immer noch am besten beherrsche, es ist nach wie vor die Sprache, in die ich am problemlosesten umschalten kann - wenn es denn unbedingt sein muss.

Wenn es unbedingt sein muss. Denn ehrlich gesagt: Ich mag sie nicht mehr. Ich mag sie nicht hören. Ich mag sie nicht lesen. Und ich mag sie noch weniger sprechen. Es ist wirklich wie eine Phobie. 

Gründe? Nun ja, für eine Phobie gibt es keine, aber immerhin gibt es da schon ein paar Dinge, die mir die Sprache ein wenig verleidet haben könnten. Vor allem die Art und Weise, wie anglophone Zeitgenossen mit allergrößter Selbstverständlichkeit überall erwarten, dass jeder ihre Sprache spricht. Wie manche ohne Rücksicht und dazu auch noch in ihrem Dialekt auf den Gärtner drauflos reden, oder auf die eingeschüchterte Angestellte im Dorfkaffee.

Unangenehm ist auch, wie jeder Ausländer oder wer dafür gehalten wird, Tourist oder nicht, in vielen Ländern oft konsequent auf Englisch angesprochen wird. Seine Bemühungen, die Landessprache zu erlernen, werden unbewusst ignoriert oder absichtlich überhört. Ich weiß, die Angestellten meinen es im Grunde gut, wollen dem (ev. vermeintlichen) Touristen das Leben erleichtern und ihre Englischkenntnisse mal an den Mann/die Frau bringen - aber es ist halt schon sehr nachteilig für jemanden, der eine Sprache lernt und sie auch anwenden möchte - sprich in meinem speziellen Fall für "meine" Portugiesisch-Lernenden.

Und dann das ungläubige Gesicht, sollte sich herausstellen, dass jemand tatsächlich kein Englisch spricht! Was für eine Frechheit!

Wie vielen Portugiesen geht es mir zudem auch arg gegen den Strich, dass gewisse von Ausländern (und nicht nur von Engländern!)  geführte Firmen es nicht für nötig halten, ihre Neuigkeiten, Rechnungen und Mitteilungen in der Landessprache auszugeben, sondern allen Schriftverkehr ausschließlich in Englisch abwickeln.

Des weiteren kann es ziemlich lästig werden, wie gewisse Briten respektive Britinnen hier in der Algarve, ich meine damit vor allem manche von den hier ansässigen, und davon gibt es eine ganze Menge, nach Genuss ihrer zahlreichen Gin-Tonics jeden und jede mit schrillem Honey oder Darling ansprechen, ganz nah aufrücken und einem dann mit feuchtsprühenden Thiieidschis  ihre missglückte Lebensgeschichte erzählen.

Kommt dazu, dass ich  irgendwie einfach ein wenig sauer bin, dass diese Sprache, ohne spezielle Qualifikationen, und ohne dass jemand je gefragt worden wäre, zur offiziellen internationalen Sprache aufgerückt ist, alle anderen Idiome überrollend. Gerade gestern hab ich einen Artikel über "arabizi" gelesen ("arabisch easy"). Ob es auch schon ein "chinizi"  oder "japanizi" gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Es sind ja nicht nur die Anglizismen (und im Falle der eben erwähnten Idiome die lateinischen Buchstaben), sondern mit der Sprache schwappt ja praktisch jede (Mode)Welle, der ganze (vermeintlich anzustrebende) Lebensstil vom englischsprachigen Raum auf den Rest der Welt über, und sorgt so nach und nach allerorten für einen Einheitsbrei. Denn es ist nicht zu unterschätzen, wie viel "Gepäck" eine Sprache mitbringt, wie viel fremdes Lebensgefühl und sogar Weltanschauung sie unterschwellig "unterjubeln" kann, wenn sie, statt Fremdsprache zu bleiben, sich übermäßig in die Landessprache hineindrängt.

Natürlich ist es eine gute Sache, dass es eine Sprache gibt, die fast überall auf  dem Globus gesprochen wird. Noch besser, wenn alle Leute diese neben ihrer Muttersprache lernen würden!  Man stelle sich vor, wie großartig es wäre, wenn jeder Mensch mit jedem überall auf der Welt problemlos kommunizieren könnte! Vielleicht würde man sich dann gegenseitig insgesamt etwas besser verstehen lernen.  Als angenehmen Nebeneffekt könnten Sprachmuffel es dann dabei bewenden lassen und müssten nicht sich nicht mehr mit weiteren fremden Idiomen abplagen. Vielleicht fände man durch die Verlagerung letzterer in die Kategorie "Freifächer" in der Schule sogar Zeit, sich der Muttersprache wieder ein wenig sorgfältiger zu widmen....

Ich muss mich damit abfinden. Sollte es - hoffentlich - wirklich eines Tages soweit kommen, dann wird diese Sprache Englisch sein. Umkehren ist nicht mehr möglich, auch nicht mehr sinnvoll.  Die geniale Idee einer künstlichen Weltsprache  mit einfachster Grammatik und Regeln ohne jede Ausnahme - sie kam offenbar zu einer falschen Zeit. Esperanto ist vergessen, die meisten kennen es nicht einmal mehr dem Namen nach.

Also, es sieht fast so aus,  als wäre es höchste Zeit, dass ich endlich etwas gegen meine Englisch-Phobie unternehme... Yes I can ! (Wenn es denn unbedingt sein muss.)



PS: Wohlverstanden, meine Phobie betrifft nur die Sprache - nicht die Menschen, die sie sprechen! Und ich habe auch nichts gegen wohldosierte Angli- und andere -zismen solange sie nicht überhand nehmen.

Dienstag, 4. Juni 2013

Vielen Dank, Herr erweiterte Senatorin...!


So ein Humbug! Ich habe mich ja schon einmal über die Übertreibungen mit der sogenannten "gendergerechten Sprache" (warum eigentlich nicht deutsch? Geschlechtergerechte Sprache?) aufgeregt, vielleicht erinnert ihr euch:

Der Sonne und die Mond
Klick aufs Bild führt weiter

Aber es wird immer absurder. Heute titelt "Spiegel Online": 

Sprachreform an der Uni Leipzig: Guten Tag, Herr Professorin

Echt, das ist kein Witz! 
"da, wo früher in der Grundordnung der Universität Leipzig die sogenannte Schrägstrich-Variante genutzt wurde, also etwa Professor/Professorin, steht künftig ausschließlich die weibliche Personenbezeichnung. Eine Fußnote ergänzt, dass diese feminine Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt. Diese Änderung hat der erweiterte Senat bereits Mitte April beschlossen."

Hier kann der ganze Artikel nachgelesen werden:

http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gleichberechtigung-uni-leipzig-nutzt-weibliche-bezeichnungen-a-903530.html

Nachtrag: Ich frage mich gerade, ob der Titel dieses Beitrags falsch ist. Ob es heißen müsste: "Herr erweiterter Senatorin" ?? 

Dienstag, 1. Januar 2013

Windows 8 ist schuld. Und Skype!


Ja, Windows 8 ist schuld, dass ich nicht mehr zum Schreiben komme. Windows acht, mein neues Laptop  und die neue vorinstallierte furchtbare Skype App noch obendrein.

Aber der Reihe nach. Ich habe also ein neues Laptop. Nein, leider kein Apfel, Äpfel sind immer noch zu teuer. Oder  jetzt erst recht und vor allem in Portugal,  mit der Krise. Bisher hatte ich einen herkömmlichen PC, der mir seit knapp 4 Jahren (soo alt ist das Ding also gar nicht!) guten Dienst tat, dessen Bildschirm aber in letzter Zeit beängstigend oft beängstigend blau aussah.

Mein Händler (ja, ich kaufe sowas noch in einem lokalen Spezialgeschäft, hol's mir nicht beim Discounter - ich habe gern einen Ort, wohin man so ein Ding bringen kann, wenn es mal gar nicht mehr will), also der Händler wollte mir das gewählte Modell mit Windows 7 besorgen. "Windows 7?" fragte ich. "Ist nicht Windows 8 schon seit einiger Zeit auf dem Markt?" Der Händler versuchte, mir etwas zu erklären. In Computersprache. Leider spreche ich kein Computerisch, oder besser gesagt schon, aber nur diejenigen Dialekte, die mir bei der täglichen Arbeit von Nutzen sind. Also z. B.  Word,  Skype, Blogger, ein wenig Excel und andere nützliche Anwendungen. Ich verstand deshalb nicht recht, was er meinte und hatte den Verdacht, er wolle mir einfach einen Ladenhüter verkaufen. Am Schluss hat er mich dann doch so halbwegs überzeugt, dass 7 besser für mich wäre, und so wurde das bestellt.

Dass ich jetzt doch eine Acht habe, liegt daran, dass die Siebenen  dann dank des Weihnachtsansturms ausgegangen waren. Er habe, sagte der Händler, die ganze Gegend abgeklappert und nirgends mehr eine Sieben aufgetrieben. Insgeheim war ich ganz froh. Hatte immer noch die Idee, wenn schon was Neues, dann richtig neu.

Bis ich dann mit dem Teil da saß. Vom PC auf Laptop umstellen musste und von XP direkt auf 8. Und das in meinem Alter! Die schöne bunte Einstiegsoberfläche, konzpiert vor allem für Touchscreens, nützte mir nicht viel. Der langen Rede kurzer Sinn: ich habe die Weihnachtsfeiertage größtenteils damit verbracht, mich in dieser 8 langsam zurecht zu finden. Inzwischen geht es, ich habe viele viele Stunden gebraucht, herauszufinden, dass es sooo anders nun auch wieder nicht ist. 

Bis auf Skype. Das ist ganz anders. Es kommt mit dem Gerät, vorinstalliert und irgendwie mit dem MS Messenger verbunden. »Hier« kann man von Computerprofis beschrieben lesen, wie es so ist, das neue Skype für 8. Ganz toll: das Ding kommt in der Systemsprache installiert daher und die Sprache kann nicht geändert werden. Mein System ist Portugiesisch. Und so korrigiert Skype im Chat - unausschaltbar!! - einfach meine deutschen Wörter nach portugiesischen Regeln. So wird jedes ja zu já und jedes habe zu habé, usw. Schrecklich! (Ich brauche Skype für die Arbeit, nutze das Chatfenster für schriftliche Erklärungen - in Deutsch und Portugiesisch). Ganz abgesehen davon ist die Tonqualität bei Anrufen katastrophal bis lausig. Meine letzte »Arabischstunde« musste abgebrochen und verschoben werden. 

Aber stellt euch vor, ich habe ganz allein eine Lösung gefunden. Ich habe zuerst die App deinstalliert, ging dann auf die Skype-Download-Seite. Mutig  ignorierte ich den Button "Skype für Windows 8" und klickte auf  "für Desktop". Und jetzt habe ich wieder mein gutes altes vertrautes Skype. Ob auch der Ton wieder besser ist, werde ich erst nach den Feiertagen herausfinden - aber ich bin zuversichtlich. 

Noch etwas habe ich nebenbei entdeckt - vielleicht interessiert es jemanden. Bevor ich auf die Idee kam,  eine alte Version von Skype auf Windows 8 zu laden, versuchte ich, die Betriebssystem-Sprache von Portugiesisch auf Deutsch zu ändern: das geht sehr unproblematisch, im Gegensatz zu früher, wo man glaube ich das ganze System neu installieren musste: »Hier» ist eine ganz einfache Anleitung. Aber aufgepasst: Es ändert sich dadurch auch die Tastaturbelegung! Und da meine Hardware-Tastatur portugiesisch ist, was ich ja auch brauche, und weil ich mich mittlerweile an die Fingerturnübungen für die u/a/o-Tüpfelchen und an das Hineinkopieren der »Eszett« gewöhnt habe, habe ich es dabei belassen.

Es gibt noch Vieles zu entdecken, auszuprobieren, umzustellen, einzurichten, downzuloaden. Also erwartet nicht allzuviel von mir in den nächsten Tagen.

Ach ja - und beim Hin und Her sind mir glaube ich auch einige E-Mails entwischt und in eines meiner E-Mail-Konten komme ich schon seit längerer Zeit nicht mehr rein. Also bitte nicht böse sein, sollte ich ich Antworten schuldig geblieben sein.

Ob ich noch etwas zum abgelaufenen Jahr sagen möchte? Und zum neu anfangenden? Eigentlich schon. Klar. Es steht hier:  (auf das Bild klicken)


(Obwohl es mich früher immer genervt hat, dass man Portugal in vielen nordeuropäischen Fernseh(wetter)karten einfach als "Teil der iberischen Halbinsel"  Spanien einverleibte: wenn Uhupardo von Spanien spricht, kann man Portugal meist getrost miteinbeziehen). Danke für die klaren Worte, Uhupardo.


Mein persönliches Jahr war Gott sei Dank nicht so schlimm wie das politische/wirtschaftliche meiner zweiten Heimat und eines guten Teils seiner Bevölkerung. Ich habe eine Familie und ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen und ein neues Laptop, was will man mehr. 

Pausenblog-Lesern, Troika- und Austeridade-geplagten Südeuropäern und all den Millionen noch viel mehr benachteiligten Menschen auf dieser Welt wünsche ich, dass diejenigen, die die Macht zu Veränderungen haben, diese dazu einsetzen, die Lebensbedingungen Aller ein wenig gerechter zu gestalten.



Dienstag, 13. November 2012

Sprachen lernen: Der Weg ist das Ziel


Es heißt ja, man sollte im "dritten Alter", wie man auf portugiesisch sagt,  (ja - von jung aus gesehen gehöre ich zweifellos in diese Kategorie), um die geschundenen grauen Zellen wirkungsvoll zu trainieren, etwas ganz Neues lernen. Ob wohl eine Sprache, die von Grund auf anders ist als alle, die man schon mehr oder weniger gut beherrscht, eine, in welcher ganz andere Buchstaben von hinten nach vorne geschrieben und gelesen  werden und deren Grammatik Begriffe wie  "Verstümmelungsform" und "Zweizahl" (zusätzlich zu Einzahl und Mehrzahl) beinhaltet, neu genug ist? Nach einem lang ersehnten »Ägyptenurlaub« beschloss ich  dass ja und ließ mir einen Arabisch-Lehrgang kommen.

Bald fand ich trotz der komischen gutturalen Laute nicht mehr nur die Schrift schön. Schwiizertütsch sei Dank kriege ich die Rachenkratzlaute und das gerollte R ganz ordentlich hin und mit einiger Mühe schaffe ich inzwischen auch den 'Schluckbuchstaben' ʿain.  Die Hauptsache aber: Das Lernen macht Spaß! Nach einem knappen halben Jahr Selbststudium und einem Erfolgserlebnis sowie einem fatalen Missverständnis in den Arabischen Emiraten (ich werde gelegentlich darüber schreiben, ich habe ja auch noch ein paar ganz tolle Fotos, die auf Verwendung warten), suchte und fand ich im www eine Schule für Online-Unterricht.

Meine Fortschritte sind durchzogen, aber dafür, dass ich nur alle zwei Wochen eine Lektion beziehe und auch nicht allzu eifrig lerne, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Am meisten Mühe habe ich mit dem Lesefluss - ich lese nach wie vor wie ein Zweitklässler, Geduld ist angesagt. Meine eigenen Schüler profitieren von meinen Schwierigkeiten, nicht nur durch ein wenig Schadenfreude - sie sei ihnen gegönnt - aber auch dadurch, dass ich hoffentlich ihren Problemen gegenüber wieder etwas einfühlsamer geworden bin. 

Viele fragten mich, warum denn ausgerechnet Arabisch? Kannst du ja gar nicht brauchen, nützt dir nichts. Na ja, Sudoku und Kreuzworträtsel kann man noch weniger brauchen und sowohl das Erfolgserlebnis wie der Trainingseffekt und auch der Spaßfaktor sind beim Lernen einer Fremdsprache doch erheblich größer. Und wer weiß, ob nicht eines Tages die arabischen Ölscheichs das bankrotte Portugal aufkaufen........

Wichtig:
Allen, bei denen es schon einige Zeit her ist, seit sie die Schulbank drückten, rate ich: Habt Geduld. Natürlich dauert es etwas länger, bis Wörter und Grammatikregeln richtig sitzen. Natürlich vergisst man manches wieder. Das liegt allerdings nicht nur an der Arterienverkalkung und daran, dass man beim Lernen aus der Übung ist, sondern kommt auch daher, dass man meist kaum dazu kommt, die neu erworbenen Kenntnisse auch anzuwenden. Macht nichts, Hauptsache, es macht Freude. Wir dürfen uns nur nicht überfordern. Wenn ich zurückdenke, wie ich damals meine erste Fremdsprache, Französisch, lernte - 4 Jahre Bezirksschule mit etwa 5 Wochenlektionen, Hausaufgaben, Pauken, Tests, Examen, die Mutter, die Vokabeln abfragte - und was konnte man nach diesen 4 Jahren? Eben! Also, nicht verzagen, statt uns über die Wörter und  Regeln zu ärgern, die wir vergessen, freuen wir uns über die, die wir behalten! Der Weg ist das Ziel.


Übrigens ist es viel besser, gleich von Anfang an begleiteten Unterricht zu nehmen. Denn es gestaltet sich ziemlich schwierig, die Fehler, die man sich autodidaktisch eingeprägt hat, wieder los zu werden. 
Falls sich jemand für die Arabische Sprache interessiert: Ein Klick auf das Logo führt zu der Online-Schule, bei der nun ich seit zweieinhalb Jahren lerne, und die ich nur empfehlen kann.

By the way: Es muss ja nicht gleich Arabisch sein ;)! Bei mir höchstselbst gibt es  Online-Portugiesisch-Unterricht  - über das »Kontaktformular« können nähere Auskünfte und eine Gratis Probelektion angefordert werden. Und auf pausenblogs kleiner Schwester »Portugiesischvokabel«  gibt es ein paar Amuse Gueules (das wiederum ist französisch, spricht sich "Amühs Göhl" aus und bedeutet so viel wie  "Appetithäppchen": 

Per Skype, zuhause am PC  oder wo auch immer mit dem Laptop zu lernen ist übrigens wirklich sehr angenehm. Statt zur Schule zu gehen kommt die Schule dahin, wo wir gerade sind, zu individuell vereinbarten Zeiten.

Und so sieht übrigens ein von mir ziemlich zittrig geschriebenes arabisches Textchen aus:




Freitag, 24. August 2012

wie schrecklich ist Deutsch?


Ich gehe davon aus, dass Sprachprofis diesen Text irgendwann in ihrer Lehrzeit gelesen haben. Für alle andern, ganz besonders für Menschen deutscher Muttersprache, die gerade eine Fremdsprache lernen, zum Beispiel Portugiesisch ;), und sich darüber ärgern, dass da alles so "verdreht" und dass Deutsch doch viel leichter sei, dient er hier als klarer Beweis für das Gegenteil.

Wobei ich selber - wohlgemerkt - Deutsch selbstverständlich nicht für schrecklich halte, ganz im Gegenteil. Ich kann aber nachempfinden, wie es Ausländern so geht, wenn sie unsere Sprache lernen. Mark Twain hilft dabei. Der Text ist ein wenig lang - aber es lohnt sich!



Die schreckliche deutsche Sprache

"...oder warum Mark Twain die deutsche Sprache hasste..."

Ein bisschen Bildung macht alle Welt verwandt.
Sprüche 32,7
Ich ging oft ins Heidelberger Schloss, um mir das Raritätenkabinett anzusehen, und eines Tages überraschte ich den Leiter mit meinem Deutsch, und zwar redete ich ausschließlich in dieser Sprache. Er zeigte großes Interesse; und nachdem ich eine Weile geredet hatte, sagte er, mein Deutsch sei sehr selten, möglicherweise ein „Unikat“; er wolle es in sein Museum aufnehmen.

Sonntag, 8. Juli 2012

deutsch für dummies?

Nein, ich gehöre nicht zu denjenigen, die am liebsten alle 'ie'-regeln, h-laute zur verlängerung der vokale, oder die verdoppelung der konsonanten abschaffen möchte. Ganz im gegenteil, ich halte dies für wunderbare aussprachehilfen, vor allem für ausländer, die deutsch lernen. Inzwischen habe ich schweizerische eszett-banausin sogar den sinn dieses  deutschesten aller deutschen buchstaben eingesehen und soweit verinnerlicht, dass ich, wenn ich wieder einmal aus lauter gewohnheit 'gross' mit zwei 's' geschrieben habe, kurz davor bin, das "..oss" genauso zu lesen wie in "boss"... . *)

Aber die deutsche regelung für groß- und kleinschreibung,  meine lieben, die halte ich nun wirklich für nichts weiter als eine schikane. Da schwitzen in schulzimmern unzählige deutsche, schweizerische und österreichische primarschüler  blut und wasser (sadistisch veranlagte lehrer hecken gerne besonders schwere diktate aus). Und auch fremdsprachige, die deutsch lernen, haben ihre liebe mühe damit.  Muss das sein? Warum kommen alle anderen sprachen ohne diese zusätzliche schikane aus? Sind deutschsprachige dümmer als andere leut? Brauchen wir eine extra-hilfe zur unterscheidung der nomen von anderen vokabeln? Oder sind wir am Ende besonders gscheit? Sind großbuchstaben die schriftsprachliche manifestation der deutschen gründlichkeit?

"Es ist nun mal so, war immer so, ist eine eigenheit der deutschen sprache", mögen die einen sagen. Ich bin auch dagegen, alles althergebrachte einfach über den haufen zu werfen und mit lieb gewonnenen traditionen zu brechen. Aber die 97 (!) duden-regeln zur gross- und kleinschreibung auf zwei zu reduzieren (satzanfang und eigennamen-  wenn überhaupt, viele sprachen kommen gut ganz und gar ohne majuskeln aus) würde doch nun wirklich niemandem etwas schaden. Aber vielen deutsch-lernenden das leben ein klein wenig leichter machen. Und auf die gesprochene sprache hat es ohnehin keinen einfluss.

Nimmt mich doch jetzt mal wunder, was meine leser/innen zu diesem thema meinen. Bitte mitmachen - die umfrage ist anonym,  es braucht kein name angegeben zu werden, einfach nur auf ja oder nein klicken und dann auf "Abstimmen". Wer mag, teilt den blogbeitrag auf fb, damit möglichst viele ihre stimme abgeben können.

ich bin für die abschaffung der deutschen groß- und kleinschreibung:
oder Resultate


*) Wenn deutsche genauso viel wert auf die aussprachliche unterscheidung von  'das' und 'dass' legten, bräuchte es keine extra face-book gruppe, die sich mit dem thema beschäftigt ;) 

PS: farblich und fett hervorgehobene wörter führen zu vertiefenden oder erklärenden oder ähnlichen links - also bitte drauf klicken (keine werbung!)

NACHTRAG (10.7.):  Erst jetzt, ich schäme mich ein wenig, habe ich bemerkt, wie blöd die Fragestellung für die Abstimmung war. Wie soll man denn um Himmels Willen schreiben, wenn weder groß  noch klein?? Erstaunlich, dass noch nirgendwo jemand darauf hingewiesen hat, noch nicht einmal die Profis aus den Sprach-Blogs und -Gruppen....

NACHTRAG NR: 2 (14.7.) Zur Veranschaulichung der Komplexität der Groß - und Kleinschreiberegeln auch (und insbesondere) für Lektoren/Korrektoren, sei auf diese erleuchtende Seite verwiesen, die wohlgemerkt nicht eine einzelne Regel, sondern nur die Anwendung derselben in einem einzigen Ausdruck erklärt. Eine von 97 Regeln in einem einzigen Anwendungsfall!!!! Hier der Link: http://www.korrekturen.de/kurz_erklaert/recht_haben_oder_recht_haben.shtml (Übrigens auch sonst eine in jeder Hinsicht empfehlenswerte Seite, sie hat mir schon manchen Fehler vermeiden helfen und bringt immer wieder kleine Häppchen erhellende Aufklärung über undurchsichtige Sprachregeln).

Donnerstag, 5. Juli 2012

Lese-Gen

Ja, stellt euch vor, ich hab es noch: Mein allererstes Buch, in Zürcher Dialekt (ja, Zürcher, liebe Deutsche, Züricher ist falsch, es heißt Zürcher, auf Schweizer Hochdeutsch). Damals lernte man in der ersten Klasse nur Mundart lesen und schreiben, erst ab der zweiten Klasse wurde dann Schriftdeutsch gelehrt und gesprochen.  Ich habe das Buch Ende der ersten Klasse zum Geburtstag erhalten, war also sechs Jahre alt. Natürlich hatte ich vorher schon Bilderbücher, dies war das erste, das wie ein richtiges Buch aussah und das ich selber las - stolz wie eine Königin. Es war der Beginn einer großen Leidenschaft und eine Leseratte war geboren.

Ich weiß  nicht mehr, wann ich angefangen habe, unter der Bettdecke zu lesen (mehr als einmal hat die Glühlampe ein Loch ins Leintuch gebrannt). Warum? Damit die Eltern von draußen nicht sahen, dass Licht im Zimmer war. Ich sollte ja schlafen. Manchmal ließ ich die Beleuchtung im Korridor an, legte mich auf den Boden und las bei dem Streifen Licht, der unter der Tür herein schien. Später las ich, statt zu lernen. Dann verschwand das Buch blitzschnell unter Heften und Schulbüchern, wenn die Mutter zur Tür herein kam. Ich musste immer etwas zu Lesen haben. Beim Frühstück las ich jeden Tag die Aufschrift auf der Forsanose-Büchse. Immer das Gleiche. Forsanose gibt es schon lange nicht mehr, das war ein Kakaogetränk, welchem ich verdanke, dass ich das Wort Rekonvaleszenz viel früher lesen und schreiben konnte, als ich es verstand.

Freitag, 29. Juni 2012

kehmahmeh?


Es ist nicht ganz einfach, im Algarve portugiesisch zu lernen. Nicht nur wegen der Dialekte - gerade der Algarvío kürzt ja das, was im normalen "Hochportugiesisch" nach Abzug der stummen Vokale übrig bleibt, noch einmal kräftig ab. Aber der Hauptgrund ist ein anderer. Denn eins haben Portugiesen mit Schweizern gemeinsam: sie wenden ihre Fremdsprachenkenntnisse sehr gerne an (Ausnahme bei den Schweizern: Hochdeutsch spricht fast niemand gern. Grund hier ;) ).

Mittwoch, 23. Mai 2012

Saramago

Wie ich lernte, Saramago zu lieben und was er mit der Bundesterrasse zu tun hat und was es mit Literaturübersetzungen so auf sich hat.

Wie hier versprochen werde ich also erzählen, wie ich - auf Umwegen - auf den Geschmack an den Werken von José Saramago kam:

Freitag, 27. April 2012

e-book ?

Ja, ich gestehe, ich habe einen e-book reader. Hätte ich nicht ein Faible für neumodische technische und elektronische Errungenschaften, die meinen Alltag erleichtern, seien es nun Geräte für den Haushalt, die Arbeit oder die Freizeit, wäre ich wohl kaum in der Lage, ein Blog zu schreiben.

Freitag, 20. April 2012

Spuckbusse


Unter "schwiizertüütsch und mehr" habe ich u.a. geschrieben, warum mich dieser leidige Buchstabe so nervt. Nicht, weil ich etwas gegen ihn hätte, nein, nur weil er auf meiner portugiesischen Tastatur nicht vorhanden ist, nicht mal als Tastenkombination, und ich deshalb jedes einzelne Exemplar  in meine Texte hinein kopieren muss.


Mittwoch, 18. April 2012

percebes?

Das hier sind «percebes» oder «perceves», als weitere Variante steht "percebas"  im Wörterbuch.  Die  meisten Portugiesen, die ich kenne, schreiben "perceves" und sagen "percebes", (besser gesagt: prsseebsch) obwohl dieses mündliche Autauschen von 'b' und 'v' normalerweise nur im Norden Portugals gang und gäbe ist. 
(Nebenbei erwähnt, ist genau dasselbe Wort, "percebes" (nur mit 'b') auch die 2. Person Einzahl Präsens des Verbes "perceber" = verstehen, bedeutet also "du verstehst"  - das hat aber mit diesem Ding hier herzlich wenig zu tun, percebes?).

Dienstag, 10. April 2012

wüsche und fääge


Wieder mal was für Deutsche in der Schweiz zur Information, für Schweizer im Ausland zur Erinnerung, für Mundartfans und alle, die Spass an Sprache haben, 'eifach so zum Plausch' (= zur Unterhaltung, Freude, Spass):

In der Schweiz, da fege ich, wenn ich wische, und ich wische, wenn ich fege! Ja, genau. Fegen (fääge) tu ich nämlich mit dem "Schrupper" und dem "Bodelumpe", dem nassen, mit dem ich meine Böden "butze" - unter Zugabe eines Reinigungsmittels ins Wasser - sei es nun ein  Experte, ein General oder ein Meister oder irgendwelche Superbängs. Früher war's der Wirbelwind.

Dienstag, 3. April 2012

teutomania


Gestern Abend wurde in einem Quiz am portugiesischen Fernsehen die Frage gestellt:


"Welchem Land ist ein Mensch, der an "Teutomania" leidet, besonders zugetan?"

Die Antwort kann sich jeder Teutone denken. (Die Kandidatin wusste es übrigens auch). Selber kannte ich bisher nur den Ausdruck "germanofilia". Ich habe dann nachgeschaut und Folgendes gefunden:


Im portugiesischen Wörterbuch steht:

«teutomania
nome feminino   (weibliches Nomen)
mania de apreciar tudo o que é alemão; germanofilia»
(Manie, alles, was deutsch ist, sehr zu schätzen) 
Nun dachte ich - wo es eine Manie gibt, ist meist die Phobie nicht weit. Aber falsch: Unter «teutofobia» findet man keine Einträge. Man freue sich aber nicht zu früh - nicht alle Portugiesen haben die Deutschen lieb, den Begriff «germanofobia» gibt es.... ;)

Jetzt nahm mich wunder, ob das Wort im Deutschen existiert. Herr Duden meinte Folgendes:

«Die Suche nach „Teutomanie“ lieferte 0 Treffer
Oder meinten Sie: Kleptomanie, Potomanie, Erotomanie »

J
PS: Man findet beide Bedeutungen natürlich unter Germanophilie resp. Germanophobie, aber das "Teuto" hat in dieser Form offenbar keinen Eingang ins deutsche Wörterbuch gefunden.





Donnerstag, 15. März 2012

Neid?

Wenn jemand etwas kriegt oder hat oder kann oder tut, das man selber gerne hätte oder könnte oder kriegte oder täte, sagt man gerne: "ich beneide dich ein wenig".

Aber halt - bedeutet beneiden nicht, dass man es dem anderen missgönnt und man es nur für sich selber möchte?

Samstag, 3. März 2012

Der Sonne und die Mond

Im schweizerischen «Frauenblog» ('für Macherinnen und Macher') bin ich auf verschiedene Beiträge zum "geschlechtergerechten Schreiben" gestoßen. Offenbar ist das in meiner Heimat ein Thema, das u.a. auch Hochschulen, Kommissionen und sonstige Gremien beschäftigt.

Viele Frauen - und nicht nur Feministinnen - regen sich zum Teil zu Recht über die maskulin-lastige Sprache auf. Doch wenn es z.B. um das Wörtchen "man" geht, dem "frau" gerne  "frau" beigesellen möchte, mache ich nicht mehr mit. Denn dieses Wort "man" hat mit dem Wort "Mann" genauso viel zu tun wie z.B.  "das" mit "dass". Nämlich nichts.

Ich habe mich dort ein wenig an der Diskussion beteiligt. Mir wurde - natürlich - heftig widersprochen, mit dem Argument, dass sowohl Männer als auch Frauen beim Wort "man" automatisch an "Mann" denken würden. (Da bin ich wohl die große Ausnahme). Dann wurden andere Beispiele angeführt wie  "Gott schuf den Menschen und gab ihm eine Frau" oder "alle Menschen werden Brüder".

Solche Gebilde kommen ja meistens aus Übersetzungen von lateinischen Sprachen, in denen das Wort für "Mensch" gleichzeitig das Wort für "Mann" ist. Und "Brüder" auch das Wort für "Geschwister" usw. Wären diese Sätze korrekt übersetzt, hießen sie: "Gott schuf den Mann und gab ihm eine Frau" und "alle Menschen werden Geschwister". (Warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, Menschinnen zu fordern? Hier wird das grammatikalische Geschlecht erstaunlicherweise widerspruchslos akzeptiert).

Seltsam auch, dass sich hier in Portugal (wie ist das wohl in Spanien? Italien? Frankreich?) kaum Widerstand gegen diese 'männliche' Sprache regt, ich jedenfalls habe noch nie etwas davon mitbekommen, und ich lebe hier seit bald 20 Jahren. Außer dass die neue Präsidentin von Brasilien aus dem geschlechtsneutralen Wort "presidente" plötzlich trotzig eine "presidenta" macht. Falsch  - denn dann müsste es auch einen "presidento" geben...

Na ja, meiner Meinung nach sind das Sprachphänomene, die man (frau ;) ) nicht einfach so abändern kann. Sonst kommen nächstens die Kinder und beschweren sich, dass sie sächlich sind. Und der Mond - in der Mystik das weibliche Prinzip, möchte  viel lieber weiblich sein und die Sonne natürlich männlich (wie übrigens  in allen lateinischen Sprachen). Und die Männer könnten anfangen, sich über  Pluralartikel und -Pronomen aufzuregen, die ja aus der weiblichen Einzahl stammen: die, ihr.....

Liebe Leserinnen und Leser, was halten Sie (Sie? Ist doch auch ursprünglich auch weiblich, oder nicht? Denkt man da nicht auch automatisch an eine "sie"? wie bei "man" an "Mann"?....) von diesen Bemühungen, die Sprache "geschlechtergerechter" zu machen?

Neuer Artikel zum gleichen Thema: "Vielen Dank, Herr erweiterte Senatorin..."

Donnerstag, 1. März 2012

biff





Diesmal habe ich auf portugiesischvokabel ein so apartes (wenn auch auf den ersten Blick sehr gewöhnliches) Wort ein wenig genauer unter die Lupe genommen, dass ich mich jetzt heute hier ausruhe und nichts als den Link dorthin poste - durchaus auch für Leute, die nichts mit Portugiesisch am Hut haben....



Bitte auf den Smiley klicken ;)






Dienstag, 28. Februar 2012

Ipotz und Protz


Aufgepasst: Dieses Rätsel können auch Leute lösen, die absolut nichts mit der portugiesischen Sprache am Hut haben ;)


Da ich heute in «portugiesischvokabel» über die weitgehende Abwesenheit des Vokals 'e' in der portugiesischen Aussprache spreche, möchte ich hier ein kleines Pausenrätsel vorstellen.

Ipotz und Protz - genau so hören sich  für deutsche Ohren zwei ziemlich geläufige portugiesische Wörter an. Man kann auch ganz ohne Portugiesischkenntnisse auf die Bedeutung kommen, muss wie gesagt nur wissen, dass unbetonte 'e's nicht ausgesprochen werden. Ach ja, es gibt es noch paar h-Laute, die auch nur schriftlich existieren.  Es sind beides Begriffe, die wir als Fremdwörter auch im Deutschen kennen. Das eine davon ist so geläufig, dass es schon gar nicht mehr als Fremdwort gilt und mir auf die Schnelle gar keine germanische Entsprechung einfällt. Aber auch dem anderen begegnet man  im Deutschen sehr häufig.

Eine kleine Hilfe noch: die Wörter stammen ursprünglich aus einem Land, in dem die Politik der Austeridade (ausgespr. 'auschteridahd'  = GürtelderKleinverdienerimmernochengerschnallPolitik) weniger widerspruchslos und autoritätsergeben angenommen wird als in Portugal, obwohl sie dort wahrscheinlich bedeutend mehr selbst verschuldet ist als hierzulande.....


Sonntag, 26. Februar 2012

purtugehsch

Dass ich ein wenig ein Sprachfreak bin, hat wahrscheinlich inzwischen jede/r Leser/in dieses Blogs erkannt. Das war allerdings nicht immer so - ich kann mich an Qualen erinnern, die ich in den ersten Jahren Französischunterricht in der Schule durchlitt. Doch davon ein andermal. Vielleicht.

Seither habe ich noch ein paar Idiome dazu gelernt. Und vor zwei Jahren habe ich mich auf ein Abenteuer mit einer eher exotischen Sprache eingelassen. Aber davon ein andermal. Vielleicht.

Als ich damals mit recht guten Spanisch-Kenntnissen zum ersten Mal mit Lusitanisch in Kontakt kam, hielt ich es für eine Art unverständlichen spanischen Dialekt. Bald aber erkannte ich die Schönheit, Vielfalt und die Eigenständigkeit dieser Sprache, deren Reichtum darauf basiert, dass sie Elemente aller romanischen Sprachen in sich vereint.  Und ich verliebte mich in sie. Und als wir dann vor bald 20 Jahren in die Heimat meines Mannes zogen, ergab es sich, dass ich nicht wie vorgesehen den Portugiesen Deutsch, sondern den Deutschen (und Engländern - aber davon ein andermal. Versprochen.) Portugiesisch beibrachte.

Jetzt schweife ich schon wieder ab. Eigentlich wollte ich nur wiederholen, wie sehr ich die portugiesische Sprache liebe, und mein neues Projekt vorstellen:

Ich habe ein Schwesterblog eingerichtet, in dem ich ab sofort in loser Folge,  ein paar portugiesische Wörter erklären werde. Für Portugal-Fans, die gerne ein paar Vokabeln kennen und auch richtig aussprechen können möchten. Für Portugiesisch-Lernende als kleine Hilfe und zusätzlichen Ansporn. Für Wissensdurstige, zum Aufpeppen des Allgemeinwissens. Nein, es soll kein Wörterbuch werden, davon gibt es genug. Vielmehr dachte ich an Vokabeln, die besonders "portugiesisch" sind, an welche, die den Lernenden immer wieder Probleme bereiten,  auch an ein paar Redewendungen und Ausdrücke für Touristen. Als erstes habe ich das Wort gewählt, das alle Portugal-Fans bestimmt schon kennen, ein Wort, das die portugiesische Seele erklärt (jedenfalls zum Teil - wir wollen jetzt nicht allzu pathetisch werden...) und insofern von allgemeinem Interesse ist: A saudade.

Übrigens, diesmal wäre ich wirklich sehr froh und dankbar, wenn möglichst viele Kommentare eingehen würden. Damit ich weiß, ob tatsächlich Interesse besteht und sich der Aufwand auch wirklich lohnt.

Dienstag, 21. Februar 2012

português und mehr


Português (purtugeesch) ist keine besonders einfache Sprache, aber eine der reichsten, die ich kenne. Da gibt es z.B. unzählige verschiedene Zeitformen und Modi für Verben, einfache und zusammengesetzte, welche die Aussage vollständig verändern können, sie aber auch manchmal ganz subtil oder oft nur stilistisch variieren. Das ist sehr schwer in andere Sprachen umzusetzen, nicht selten braucht man lange Umschreibungen dazu.


Auch die Aussprache hat es in sich. Eigentlich beinhaltet Portugiesisch alle Laute, die in Italienisch und Französisch vorkommen (ja, auch die nasalen, sogar noch mehr) -  und oben drauf  gibt es noch ein paar ganz  eigene Lautkreationen.  Dazu kommt, dass - wie hier schon angetönt, Vokale je nachdem, wo sie im Wort stehen, verschieden ausgesprochen werden. Ein 'o' zum Beispiel kann ein normales 'o' sein, wie im Deutschen, häufiger jedoch wird es als kurzes "u" ausgesprochen, und am Wortende wird es meist nur noch in einem Kussmund rausgeblasen. Überhaupt spricht der Portugiese mit viel Luft. Pasqal Mercier beschreibt in seinem philosophischen Roman "Nachtzug nach Lissabon" (ein empfehlenswertes Buch, nicht nur für Portugal- und Sprachen-Fans) sehr schön, wie sich die Portugiesischlehrerin des Protagonisten  ein Seidentuch  vor das Gesicht  hält,  um jenem dieses blasende Sprechen optisch sichtbar zu machen.

Schön ist, dass es für die Aussprache feste Regeln gibt. Die Rechtschreibereform hat zwar jetzt ein paar Ausnahmen geschaffen (die "Mutter-Sprache" Portugiesisch hat Konzessionen an ihre "Tochter-Sprache" Brasilianisch gemacht...) - aber im Großen und Ganzen greifen die Regeln.

Und hier mal für alle, die noch nie Portugiesisch gehört haben, eine kleine Kostprobe. Und für die, die es gerade lernen, ein Trost!!!  (Portugiesische Passanten werden nach portugiesischen Sprachregeln gefragt ;-)  )




PS  Ich  liebe diese Sprache. Deshalb: Fortsetzung folgt wahrscheinlich :).