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Donnerstag, 13. Juni 2013

Namensgewirr



Im Beitrag »Burocracia« habe ich  über das Durcheinander mit meinem Nachnamen geschrieben, wie nämlich die Behörden mich erst um meine portugiesische Nationalität betrogen und mir dann den portugiesischen Namen klauten.

Auch über meine Vornamen gibt es einiges zu erzählen. Ich habe dies auch getan, allerdings in meinem anderen Blog. Wer Lust hat, kann ja dort mal reinschauen:
Ein Klick aufs Bild führt weiter.








Freitag, 16. November 2012

Wüste, Berge, Gold, Türme und Weltuntergang

Wie im »vorletzten Beitrag« versprochen hier nun ein paar Bilder aus den arabischen Emiraten und Oman  und der Bericht über meine ersten arabischen Sprechversuche.

Abendstimmung über Muskat, Oman

Ein kleiner Smalltalk über Familienverhältnisse mit dem Fahrer des Jeeps, der uns bei Abu Dhabi in die Wüste fuhr, war schon mal sehr motivierend. Als dann später unsere Mitfahrer, ein holländisches Ehepaar, mich baten, den Mann zu fragen, ob denn in den Emiraten auch Gemüse angebaut werde, wurde es schwieriger.

Immerhin wusste ich das Wort für Gemüse. Und so fragte ich nach einigem Nachdenken einfach: "Woher kommt das Gemüse in den Emiraten?" Wie aus der Pistole geschossen und zum Glück genauso vereinfacht kam seine leicht verständliche Antwort: "vom Hafen"... :).

Am Straßenrand: schnell zu Mama!


Ein anderes Mal war ich mit meinem Mann zu Fuß unterwegs, in einer völlig uninteressanten Neubaugegend in der Hauptstadt des Emirats Sharjah. Ich fragte einen alten Mann, der in Aussehen und Kleidung stark an Yasser Arafat erinnerte, nach dem Weg zum Stadtzentrum. Der Scheich erklärte nicht  etwa mir sondern meinem Mann (der kein Wort arabisch versteht) den Weg. Es war nicht schwer. Alles geradeaus, da runter. Etwa 5 Minuten.

Und wir gingen. Und gingen. 5 Minuten. 10. Immer weiter. 30. Es war heiß und es gab keinen Schatten und mir taten die Füße weh und schlussendlich hielten wir ein Taxi an, welches uns noch ein ganzes Stück weiter fuhr. Alles geradeaus da runter. Ich hatte schon richtig verstanden. Nur 50 mit 5 verwechselt. So kann es gehen, wenn man sich überschätzt... 

und immer wieder: Spuren der Portugiesen. Hier in Muskat.
die neue weiße Moschee in Abu Dhabi
Dubai morgens um acht

Hier ist alles Gold was glänzt. Goldsouk in Dubai
Ehrlich gesagt haben es mir die Wüste und Muskat in Oman  bedeutend mehr angetan als diese modernen arabischen Ölgeldstädte mit ihrem unermesslichen Luxus. Die sind zwar beeindruckend, aber für mich Shopping-Banausin nicht weiter interessant. Trotzdem auch zu diesem Thema ein paar Bilder.


Burj Dubai








Wenn man diesen Turm so ansieht, diesen und alle anderen, die hier aus dem Boden schießen wie die Pilze, dann stimmt eine Aussage von Muhammad, dem Propheten der Muslime , wonach ein "Zeichen der Stunde sei, dass die "ungebildeten Kameltreiber Hochhäuser bauen" doch mindestens so nachdenklich wie der ganze Hype um den Weltuntergangstag nach dem Maya-Kalender.... 

aber die Aussicht von da oben ist schon phantastisch! (Klicken zum Vergrössern!)





















Und zum Abschluss noch einmal eine besonders schöne Aufnahme von Muskat mit diesen beeindruckend schroffen Bergen - wäre schön, wenn ich eines Tages noch erkunden könnte, was sich dahinter verbirgt.











Dienstag, 13. November 2012

Sprachen lernen: Der Weg ist das Ziel


Es heißt ja, man sollte im "dritten Alter", wie man auf portugiesisch sagt,  (ja - von jung aus gesehen gehöre ich zweifellos in diese Kategorie), um die geschundenen grauen Zellen wirkungsvoll zu trainieren, etwas ganz Neues lernen. Ob wohl eine Sprache, die von Grund auf anders ist als alle, die man schon mehr oder weniger gut beherrscht, eine, in welcher ganz andere Buchstaben von hinten nach vorne geschrieben und gelesen  werden und deren Grammatik Begriffe wie  "Verstümmelungsform" und "Zweizahl" (zusätzlich zu Einzahl und Mehrzahl) beinhaltet, neu genug ist? Nach einem lang ersehnten »Ägyptenurlaub« beschloss ich  dass ja und ließ mir einen Arabisch-Lehrgang kommen.

Bald fand ich trotz der komischen gutturalen Laute nicht mehr nur die Schrift schön. Schwiizertütsch sei Dank kriege ich die Rachenkratzlaute und das gerollte R ganz ordentlich hin und mit einiger Mühe schaffe ich inzwischen auch den 'Schluckbuchstaben' ʿain.  Die Hauptsache aber: Das Lernen macht Spaß! Nach einem knappen halben Jahr Selbststudium und einem Erfolgserlebnis sowie einem fatalen Missverständnis in den Arabischen Emiraten (ich werde gelegentlich darüber schreiben, ich habe ja auch noch ein paar ganz tolle Fotos, die auf Verwendung warten), suchte und fand ich im www eine Schule für Online-Unterricht.

Meine Fortschritte sind durchzogen, aber dafür, dass ich nur alle zwei Wochen eine Lektion beziehe und auch nicht allzu eifrig lerne, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Am meisten Mühe habe ich mit dem Lesefluss - ich lese nach wie vor wie ein Zweitklässler, Geduld ist angesagt. Meine eigenen Schüler profitieren von meinen Schwierigkeiten, nicht nur durch ein wenig Schadenfreude - sie sei ihnen gegönnt - aber auch dadurch, dass ich hoffentlich ihren Problemen gegenüber wieder etwas einfühlsamer geworden bin. 

Viele fragten mich, warum denn ausgerechnet Arabisch? Kannst du ja gar nicht brauchen, nützt dir nichts. Na ja, Sudoku und Kreuzworträtsel kann man noch weniger brauchen und sowohl das Erfolgserlebnis wie der Trainingseffekt und auch der Spaßfaktor sind beim Lernen einer Fremdsprache doch erheblich größer. Und wer weiß, ob nicht eines Tages die arabischen Ölscheichs das bankrotte Portugal aufkaufen........

Wichtig:
Allen, bei denen es schon einige Zeit her ist, seit sie die Schulbank drückten, rate ich: Habt Geduld. Natürlich dauert es etwas länger, bis Wörter und Grammatikregeln richtig sitzen. Natürlich vergisst man manches wieder. Das liegt allerdings nicht nur an der Arterienverkalkung und daran, dass man beim Lernen aus der Übung ist, sondern kommt auch daher, dass man meist kaum dazu kommt, die neu erworbenen Kenntnisse auch anzuwenden. Macht nichts, Hauptsache, es macht Freude. Wir dürfen uns nur nicht überfordern. Wenn ich zurückdenke, wie ich damals meine erste Fremdsprache, Französisch, lernte - 4 Jahre Bezirksschule mit etwa 5 Wochenlektionen, Hausaufgaben, Pauken, Tests, Examen, die Mutter, die Vokabeln abfragte - und was konnte man nach diesen 4 Jahren? Eben! Also, nicht verzagen, statt uns über die Wörter und  Regeln zu ärgern, die wir vergessen, freuen wir uns über die, die wir behalten! Der Weg ist das Ziel.


Übrigens ist es viel besser, gleich von Anfang an begleiteten Unterricht zu nehmen. Denn es gestaltet sich ziemlich schwierig, die Fehler, die man sich autodidaktisch eingeprägt hat, wieder los zu werden. 
Falls sich jemand für die Arabische Sprache interessiert: Ein Klick auf das Logo führt zu der Online-Schule, bei der nun ich seit zweieinhalb Jahren lerne, und die ich nur empfehlen kann.

By the way: Es muss ja nicht gleich Arabisch sein ;)! Bei mir höchstselbst gibt es  Online-Portugiesisch-Unterricht  - über das »Kontaktformular« können nähere Auskünfte und eine Gratis Probelektion angefordert werden. Und auf pausenblogs kleiner Schwester »Portugiesischvokabel«  gibt es ein paar Amuse Gueules (das wiederum ist französisch, spricht sich "Amühs Göhl" aus und bedeutet so viel wie  "Appetithäppchen": 

Per Skype, zuhause am PC  oder wo auch immer mit dem Laptop zu lernen ist übrigens wirklich sehr angenehm. Statt zur Schule zu gehen kommt die Schule dahin, wo wir gerade sind, zu individuell vereinbarten Zeiten.

Und so sieht übrigens ein von mir ziemlich zittrig geschriebenes arabisches Textchen aus: