
Nein, ich gehöre nicht zu denjenigen, die am liebsten alle 'ie'-regeln, h-laute zur verlängerung der vokale, oder die verdoppelung der konsonanten abschaffen möchte. Ganz im gegenteil, ich halte dies für wunderbare aussprachehilfen, vor allem für ausländer, die deutsch lernen. Inzwischen habe ich schweizerische
eszett-banausin sogar den sinn dieses deutschesten aller deutschen buchstaben eingesehen und soweit verinnerlicht, dass ich, wenn ich wieder einmal aus lauter gewohnheit 'gross' mit zwei 's' geschrieben habe, kurz davor bin, das "..oss" genauso zu lesen wie in "boss"... . *)
Aber die deutsche regelung für groß- und kleinschreibung, meine lieben, die halte ich nun wirklich für nichts weiter als eine schikane. Da schwitzen in schulzimmern unzählige deutsche, schweizerische und österreichische primarschüler blut und wasser (sadistisch veranlagte lehrer hecken gerne besonders schwere diktate aus). Und auch fremdsprachige, die deutsch lernen, haben ihre liebe mühe damit. Muss das sein? Warum kommen alle anderen sprachen ohne diese zusätzliche schikane aus? Sind deutschsprachige dümmer als andere leut? Brauchen wir eine extra-hilfe zur unterscheidung der nomen von anderen vokabeln? Oder sind wir am Ende besonders gscheit? Sind großbuchstaben die schriftsprachliche manifestation der deutschen gründlichkeit?
"Es ist nun mal so, war immer so, ist eine eigenheit der deutschen sprache", mögen die einen sagen. Ich bin auch dagegen, alles althergebrachte einfach über den haufen zu werfen und mit lieb gewonnenen traditionen zu brechen. Aber die
97 (!) duden-regeln zur gross- und kleinschreibung auf zwei zu reduzieren (satzanfang und eigennamen- wenn überhaupt, viele sprachen kommen gut ganz und gar ohne majuskeln aus) würde doch nun wirklich niemandem etwas schaden. Aber vielen deutsch-lernenden das leben ein klein wenig leichter machen. Und auf die gesprochene sprache hat es ohnehin keinen einfluss.
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