Sonntag, 13. Mai 2012

bodenlose Frechheit

Was sich da unser Premierminister geleistet hat, ist eine bodenlose Frechheit und ein Schlag ins Gesicht aller portugiesischen Bürger, die sich gerade mit stoischer Gelassenheit und schicksalsergeben vom Staat die letzten Cêntimos aus den Taschen ziehen lassen. Während tausende von kleinen Betrieben in Konkurs gehen und noch viel mehr Privatpersonen, während jeden Tag mehr Menschen, denen es vor kurzem noch gut ging, bei den Mittagstischen der Wohltätigkeitsorganisationen auftauchen - wobei auch letztere schon an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt sind - während unzählige Menschen ihren Job verlieren, oftmals Ehepaare, die im gleichen Betrieb gearbeitet haben - und und und

sagt unser lieber Herr Premierminister:

Kündigen oder gekündigt werden muss kein Stigma sein, es muss auch eine (gute) Gelegenheit darstellen, das Leben zu ändern.

Ohne weiteren Kommentar. Nur eins: ich wünsche dem Premierminister von Herzen eine (gute) Gelegenheit, sein Leben zu ändern.

Kommentare:

  1. Zunächst sollte eines ganz schnell geändert werden: Denkapparat einschalten!

    Das ist ja wirklich unfassbar... *kopfschüttel*

    AntwortenLöschen
  2. Es ist erschreckend, dies zu lesen. Ich hatte bislang immer blauäugig angenommen, in Portugal seien sie ein wenig sozialer. Aber Politiker scheinen austauschbar zu sein. Sie, die ihre Schäfchen im Trockenen haben und keine Zukunftsängste kennen und je kennen lernen, können solche unglaublichen Aussprüche machen. In Deutschland hätte mich so ein Spruch weniger gewundert als bei Euch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Viele Portugiesen geben natürlich der Troika, dem FMI und nicht zuletzt auch Frau Merkel persönlich die Schuld. Bei denen spielt unser Premier ja mit seinen Maßnahmen den Musterschüler...

      Löschen
  3. Es wäre interessant zu erfahren, wie hoch denn in Etwa die Lebenshaltungskosten in Portugal sind.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Fast so hoch wie in Deutschland. Und die Durchschnittslöhne betragen etwa ein Drittel von denjenigen in Deutschland.

      Löschen